Pferd eindecken: Ab wann im Winter eindecken? Und warum?

02.01.2020 12:12

Pferd eindecken – ja oder nein?

Das Eindecken von Pferden wirft immer wieder Fragen auf, wenn die Jahreszeit mit kälteren Temperaturen beginnt. Fragen wie: Ab wann sollte ich mein Pferd eindecken? Soll ich mein Pferd überhaupt eindecken – ja oder nein? Ab wieviel Grad sollte ich eindecken? Wie viel Gramm muss die Decke unter bestimmten Bedingungen haben? Viele Fragen und wir werden versuchen, dir einige davon zu beantworten!

Pferd eindecken auf der Koppel

Ob du dein Pferd im Winter eindecken solltest, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab.

Ob du dein Pferd im Winter eindecken solltest, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Grundsätzlich gilt: Das Pferd darf unter der Decke nicht zum Schwitzen anfangen, eine gute Thermoregulation muss also immer möglich sein.

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Warum werden Pferde im Winter oft eingedeckt?

Es gibt viele Gründe, warum Pferde im Winter eingedeckt werden. Gerade, wenn das Pferd viel draußen steht und somit Wind, Regen und Kälte ausgesetzt ist, kann es notwendig sein eine Decke zu nutzen.

Ein weiterer Grund, der für das Eindecken sprechen kann, ist das Vermeiden eines dicken Winterfells. Steht dein Pferd im Training, schwitzt es mit einem dichten Pelz sehr schnell und braucht lange zum Trocken, was zu einer gefährlichen Abkühlung führen kann. Viele Pferdebesitzer scheren aus diesem Grund ihr Pferd. Da der natürliche Schutz zur Temperaturregulierung dann fehlt, ist das Eindecken in diesem Fall ein Muss, um Erkrankungen nicht zu forcieren.

Auch wenn dein Pferd viel draußen und Wind, Wetter und Kälte ohne Witterungsschutz ausgesetzt ist oder ein sehr dünnes Winterfell hat, kann es notwendig sein, dass du dein Pferd eindeckst.

Außerdem ist es empfehlenswert, gesundheitlich angeschlagene Pferde, die vor allem in der kalten Jahreszeit vermehrt zu Infekten neigen, durch eine schützende Decke zu unterstützen. Und bei Pferden mit Arthrose, Rückenproblemen oder chronischem Husten kann das Eindecken eine Linderung der Beschwerden bringen.

Pferd mit Outdoordecke eingedeckt

Es kommt immer auf das jeweilige Pferd, die äußeren Umstände und die Haltungsbedingungen an, ob das Eindecken Sinn macht.

Wie funktioniert die Thermoregulation beim Pferd?

Die Erklärung liegt hier in der Funktion des Winterfells. Die dichten Unterhaare erhalten dem Pferd die Körperwärme und regulieren den Temperaturausgleich. Das leicht ölige Deckhaar sorgt mit seinen Wirbeln und dem Haarstrick dafür, dass der Regen abperlt und nicht auf die Haut gelangt.

So bleibt die Haut des Pferdes trocken und erhält seine Körperwärme. Wird das Pferd jedoch geritten, fängt es zum Schwitzen an. Die Feuchtigkeit geht von der Haut aus in die Unterwolle bis zum Deckhaar. Der absorbierte Schweiß verklebt dabei das Fell, sodass die schützenden Eigenschaften beider Schichten verloren gehen. Das Pferd kühlt aus, da der Schweiß auf der Pferdehaut verdunstet und abkühlend wirkt.

Um dem Prozess entgegenzuwirken, kannst du bei nicht geschorenen Pferden eine Abschwitzdecke nutzen. Hier solltest du aber darauf achten, dass der getrocknete Schweiß keine Verklebungen hinterlässt.

Pferde können Kälte besser als große Hitze vertragen, auch Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht bereiten ihnen in der Regel keine Probleme. Und werden sie bei lang andauerndem Regen trotzdem nass, können sie sich „warmzittern“ – ein zitterndes Pferd bedeutet also nicht automatisch, dass es auch friert.

Ab wann und wie lange sollten Pferde eingedeckt werden?

Grundsätzlich muss man sich bewusst machen, dass Pferde in einem Temperaturbereich von minus 15 Grad bis 25 Grad sehr gut klarkommen – in diesem Bereich muss ein Pferd keine zusätzliche Energie verbrauchen, um die Körpertemperatur aufrechtzuerhalten und sich dabei wohl zu fühlen. Das heißt, dass es kein zusätzliches Futter zur Energiegewinnung benötigt.

Ab welcher Temperatur ein Pferd eingedeckt werden sollte, kann man leider nicht pauschal beantworten. Es hängt zum einen vom Wetter ab, also wie kalt und nass es ist, zum anderen von den Haltungsbedingungen, also ob es Wind und Wetter ungeschützt ausgesetzt ist. Auch der allgemeine Gesundheitszustand spielt hier natürlich eine Rolle.

Wichtig ist, wenn du dich einmal für das Eindecken entschieden hast, solltest du dein Pferd den ganzen Winter eingedeckt lassen. Denn das Pferd gewöhnt sich an die Decke, produziert nicht ausreichend Winterfell und fängt ohne Schutz meist zu frieren an.

Was du jedoch im Hinterkopf behalten solltest: Fängt dein Pferd unter der Decke das Schwitzen an, können Kreislaufprobleme, Koliken  oder Hitzestau die Folge sein.

Als ungefähren Anhaltspunkt für das Eindecken kannst du dich an folgenden Temperaturen orientieren:

  • Ab ca. 10 Grad: Regen-/Paddockdecke mit Fleecefüllung bei Dauerregen
  • Ab ca. 5 Grad: Decke mit 100 bis 150 Gramm Füllung
  • Ab ca. minus 1 Grad: Decke mit 200 bis 300 Gramm Füllung
  • Ab ca. minus 7 Grad: Decke ab 300 Gramm Füllung

Wann ist eine Decke sinnvoll?

Ob es sinnvoll ist, dein Pferd im Winter einzudecken oder nicht, sollten du am besten immer aus der Situation heraus entscheiden. Viele Pferde kommen sehr gut ohne Decke zurecht, einige sind jedoch auf den zusätzlichen Schutz angewiesen.

Eingedeckte Pferde

Vor allem Pferde, die im Training stehen, werden oft im Winter geschoren. Dann ist eine Decke unerlässlich.

Geschorenes Pferd eindecken

Da ein vollständig geschorenes Pferd seine natürliche Wärmeisolierung verliert, ist in dem Fall eine Decke unerlässlich. Ohne die schützende Unterwolle und das längere Winterfell können sich die Haare nicht aufstellen und somit die isolierende Schicht bilden, welche gegen Wind und Wetter schützt.

Altes Pferd eindecken

Alte Pferde haben oft ein schwächeres Immunsystem und damit reduzierte Abwehrkräfte. Auch haben sie oft nicht mehr so viel Energie, um den nass-kalten Witterungen zu trotzen. Aus diesem Grund fühlen sich viele ältere Pferde mit einer Decke, die sie unterstützend warmhält, oftmals wohler.

Ältere Pferde sind oft auch weniger bemuskelt, da sie nicht mehr so intensiv gearbeitet werden. Zahnprobleme oder Stoffwechselstörungen  können zusätzlich die natürlich isolierenden Fettpolster schwinden lassen, da sie gar nicht mehr so viel fressen können, um die benötigte Energie aufzubringen.

Offenstall vs. Box

Egal, ob ein Pferd im Offenstall oder in der Box gehalten wird – es gilt die natürliche Thermoregulation des Pferdes aufrechtzuerhalten. Ist das nicht möglich, da das Pferd beispielsweise geschoren ist oder durch das regelmäßige Training oft nach dem Reiten stark schwitzt, muss optimiert werden.

Du solltest also bei der Entscheidung immer die individuelle Situation des einzelnen Pferdes betrachten und dich dann gegebenenfalls für die passende Decke entscheiden. Welche Möglichkeiten du in Punkto Decke hast, erfährst du im nächsten Punkt.

Die natürliche Thermoregulation eines Pferdes sorgt normalerweise dafür, dass die Tiere auch bei Minustemperaturen nicht frieren und ohne Decke zurechtkommen.

Welche Decke ist die richtige? 

Wenn du dich schon immer gefragt hast, welche Decke die richtige für dein Pferd ist, bekommst du hier nun eine kurze Zusammenfassung, welche Optionen du beim Eindecken hast.

+ Abschwitzdecke

Gerade, wenn das Pferd im Training steht, schwitzt es oft. An der Hautoberfläche entsteht Schweiß, der verdunstet und den erhitzten Pferdekörper abkühlt. Dauert dieser Zustand an und sind die Außentemperaturen im Minusbereich, kann das Pferd stark auskühlen.

Eine Abschwitzdecke nimmt den Schweiß auf und transportiert diesen nach außen, sodass das Pferd schneller trocknet. Wichtig ist, dass die Abschwitzdecke wieder abgenommen wird, wenn das Pferd trocken ist – ansonsten besteht die Gefahr, dass das Pferd zum Nachschwitzen anfängt.

Reitest du dein Pferd regelmäßig, sollte eine gute Abschwitzdecke in deiner Ausstattung enthalten sein.

Tipp: In unserem Sortiment findest du eine bunte Auswahl an Abschwitzdecken mit verschiedensten Ausstattungen und in vielen modischen Farben.

+ Unterziehdecke

Die Unterziehdecke ist eine zusätzliche Decke, die bei sehr kalten Temperaturen unter die Outdoor- oder Stalldecke gelegt wird. Sie hat keine schmutz- und wasserabweisende Membran und wirkt somit „nur“ zusätzlich wärmend gegen Wind und Zugluft.

Im Winter kann auch eine Regendecke über die Unterziehdecke gelegt werden, um nicht nur für Wärme, sondern auch für Trockenheit zu sorgen.

Tipp: Du hast dich für eine praktische Unterziehdecke entschieden? Dann stöbere doch einfach einmal in unserem Sortiment an Unterziehdecken. Hier ist bestimmt auch für dich und dein Pferd das Richtige dabei!

+ Regendecke

Eine Regendecke schützt das Pferd gegen Regen und Wind und sorgt langanhaltend für Trockenheit. Das Außenmaterial ist wasserdicht und auch das Gewebe sollte eine gute Denier-Zahl aufweisen, um auf der Koppel nicht zu schnell beschädigt zu werden. Ausstattungen wie Kreuzbegurtung unterstützen einen guten Sitz und vermeiden ein Verrutschen.

Tipp: Unser Sortiment bietet eine gute und vielseitige Auswahl an Regendecken für dein Pferd. Schau doch mal vorbei!

+ Stalldecke

Eine Stalldecke ist meist mit einer schmutz- und wasserabweisenden Schicht ausgestattet. Das Material ist jedoch – im Gegensatz zu einer Outdoordecke – nicht zu 100 Prozent wasserdicht. Auch hier gibt es verschieden starke Füllungen, um die Funktion an die Temperaturen anzupassen.

Tipp: Eine Stalldecke kommt im Winter meist bei Pferden mit Boxenhaltung zum Einsatz. Du bist noch auf der Suche nach einer wärmenden Decke für dein Pferd? Dann überzeuge dich von unserer umfassenden Auswahl an Stalldecken im Online-Shop!

+ Outdoordecke

Wie der Name schon sagt, sind Outdoordecken für den Einsatz außerhalb des Stalls gedacht. Sie haben meist keine Rückennaht und sind somit ein optimaler Schutz gegen Wind, Nässe und Kälte. Eine gute Outdoordecke ist atmungsaktiv und wasserdicht.

Outdoordecken sind in verschiedenen Grammfüllungen erhältlich und besitzen viele Ausstattungsdetails, wie zum Beispiel Highneck, Kreuzbegurtung, Gehfalten oder Frontverschluss, um dem Pferd möglich viel Bewegungsfreiheit ohne Scheuerstellen zu ermöglichen. Die meisten Modelle weisen eine Denier-Zahl auf – je höher diese ist, umso strapazierfähiger ist das Material.

Tipp: Unser Sortiment an Outdoordecken beinhaltet eine große Auswahl an Decken ohne Füllung bis hin zu Varianten mit bis zu 360 Gramm.

+ Mit oder ohne Füllung

Die Wahl der Füllung ist sehr wichtig. Da die natürliche Thermoregulation durch das Eindecken oft nur begrenzt möglich ist, gilt es bei der Auswahl der richtigen Füllung sehr sorgfältig zu sein. Bedenke aber immer: fängt dein Pferd unter der Decke zu schwitzen an, kann es überhitzen. Infekt, Muskelverspannungen und weitere Komplikationen können die Folge sein.

Diese Möglichkeiten zum Eindecken deines Pferdes hast du:

Tipp: Die Decken von Bucas sind in einem großen Temperaturbereich einsetzbar, sodass ein aufwendiges Umdecken bei Schwankungen normalerweise entfällt. Durch das innovative Stay-Dry-Material kannst du diese Decken direkt nach dem Reiten auflegen und dein Pferd trocknet ab, ohne dass die Decke dabei feucht wird.

+ Halsteil – Vor- und Nachteile

Manche Pferde schwitzen gerade im Halsbereich nach dem Reiten sehr stark. Da der Hals eine ziemlich große, nicht zu unterschätzende Oberfläche bietet, kann hier über den Einsatz eines Halsteils nachgedacht werden.

Viele Abschwitzdecken gibt es mittlerweile mit fest integrierten Halsteilen. Und Outdoordecken können oft ergänzt werden, da es hier meistens spezielle Vorrichtung zur Befestigung gibt.

Tipp: Auch Halsteile gibt es mit unterschiedlichen Füllungen, sodass sie optimal für die individuellen Einsatzbereiche erworben werden können.

+ Deckengrößen von A bis Z

Wenn du ein Pferd mit Normgrößen hast, kannst du dich an folgenden Richtwerten orientieren:

  • Rückenlänge 155 cm: Decken geeignet für große Warmblüter ab 170 cm und kleinere Pferde mit langem Rücken
  • Rückenlänge 145 cm: Decken geeignet für Warmblüter zwischen 160 cm und 170 cm, große Pferde mit kurzem Rücken oder kleinere mit langem Rücken
  • Rückenlänge 135 cm: Decken geeignet für schmale Vollblüter, kleine Warmblüter mit kurzem Rücken oder kräftige Endmaßponys
  • Rückenlänge 125 cm: Decken geeignet für kleine Vollblüter oder kurze Ponys zwischen 130 cm und 145 cm Stockmaß
  • Rückenlänge 115 cm: Decken geeignet für mittlere Ponys
  • Rückenlänge 105 cm: Decken geeignet für kleine Ponys

Tipp: Pferde, die besonders kurz, schmal oder sehr breit sind, müssen individuell betrachtet werden, da sie womöglich aus den Normgrößen herausfallen.

Pferd eindecken – ja oder nein? Ein paar Worte zum Abschluss

Leider gibt es kein Patentrezept, ob oder ab wann man ein Pferd eindecken soll. Wichtig ist zu verstehen, wie die natürliche Thermoregulation beim Pferd erfolgt. Unter diesem Aspekt sollte gründlich darüber nachgedacht werden, ob man seinem Pferd mit dem Eindecken eher schadet oder es wirklich in seiner Wohlfühltemperatur unterstützt. Wenn hier Haltung, Trainingsprogramm und persönliches Zeitmanagement in die Überlegungen miteinbezogen werden, ist der Weg zu einer optimalen Entscheidung zum richtigen Eindecken gegeben.

Ein weiterer Aspekt, den wir dir auf den Weg geben wollen, ist die optimale Passgenauigkeit. Eine Pferdedecke muss richtig sitzen, da sonst Druck- und/oder Scheuerstellen entstehen können.

Außerdem sollte eine Pferdedecke unbedingt regelmäßig gereinigt werden, um Hautproblemen oder gar einer Pilzinfektion entgegenzuwirken – auch wir waschen schließlich unsere Winterjacken und Pullover und tragen diese nicht den kompletten Winter lang.

Falls du keine Möglichkeit hast, deine Pferdedecken selbst zu reinigen, kannst du gerne auf unseren professionellen Waschservice zurückgreifen.

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