Fellwechsel beim Pferd: So kannst du dein Pferd unterstützen

01.10.2019 12:08

Fellwechsel: So kannst du dein Pferd sinnvoll unterstützen

Zwei Mal im Jahr strapaziert der Fellwechsel den Organismus unserer Pferde sehr, denn durch den hohen Nährstoffverbrauch ist diese Phase besonders anstrengend und kräftezehrend. Je besser unsere Vierbeiner also auf den Wechsel der Jahreszeiten vorbereitet sind, desto einfacher fällt ihnen die Umstellung.

Wann beginnt der Fellwechsel bei Pferden?

Der Organismus unserer Pferde merkt, wenn die Tage länger und sonniger oder kürzer und dunkler werden. Deshalb gibt es kein punktgenaues Datum, nach welchem du dich richten kannst.

Sicher ist aber eins: Die meisten Pferde fangen im Frühjahr und Spätsommer beziehungsweise Herbst mit dem Fellwechsel an. Allerdings bildet sich das neue Haarkleid schon Wochen zuvor.

Je nachdem, wie und in welcher Umgebung dein Pferd untergebracht ist, kann der Fellwechsel auch verzögert ablaufen. Beispielsweise bekommt ein eingedecktes Pferd in einer Innenbox in der Regel weniger Fell als ein Offenstallpferd, das das ganze Jahr über allen Wetterbedingungen ausgesetzt ist.

Außerdem spielt auch die Rasse eine wesentliche Rolle: Robustpferde wie Isländer entwickeln grundsätzlich mehr Fell als zum Beispiel ein wüstengezogener Araber oder ein Warmblut.

Probleme im Fellwechsel: 3 typische Ursachen

Jedes Pferd ist anders und setzt sich auf ganz unterschiedliche Art und Weise mit dem Fellwechsel auseinander. Welche Probleme dabei auftreten können und was du tun kannst, um dein Pferd sinnvoll zu unterstützen, haben wir hier zusammengefasst.

#1 Juckreiz

Viele Pferde haben im Fellwechsel oft mit starkem Juckreiz und schuppiger Haut zu kämpfen. Das liegt daran, dass das alte Haarkleid abgeworfen wird und neues Fell nachschiebt. Das ist vor allem dann ein Kraftakt, wenn vom dichten Winterfell auf das dünne Sommerfell gewechselt wird.

Mit regelmäßiger Fellpflege und dem richtigen Handwerkszeug kannst du deinem Pferd helfen, Unterwolle und Winterpelz leichter loszuwerden. Vor allem ältere Pferde oder Pferde mit Equinem Cushing Syndrom, die sich mit dem Fellwechsel besonders schwertun, kannst du hier sinnvoll unterstützen.

Tipp: Besonders geeignet für die Pflege im Fellwechsel sind klassische Fellstriegel oder aber die Kunststoffbürsten von fellschön.

#2 Stress

Zu Problemen im Fellwechsel kann es auch kommen, wenn Pferde einem hohen Stresslevel ausgesetzt sind. Das kann zum Beispiel bei einem Stallwechsel oder während der noch laufenden Turniersaison der Fall sein.

Tipp: Wirkt dein Pferd in dieser Umstellungsphase matt, solltest du den Trainingsplan anpassen, weniger intensive Einheiten bevorzugen und es nicht schwitzig reiten. Verliert dein Pferd im Fellwechsel vielleicht sogar an Gewicht, kannst du gegebenenfalls die Raufuttermenge etwas erhöhen.

#3 Mangelversorgung

Jedes Pferd benötigt das ganze Jahr über eine ausreichende Grundfutterversorgung. „Vor allem in einer so kräftezehrenden Zeit wie dem Fellwechsel kann ein Ungleichgewicht der Mineralstoff-, Vitamin- und Spurenelementversorgung zu Haut- und Fellproblemen führen“, so unsere zertifizierten Lexa-Fütterungsexperten.

Ein ungünstiges Calcium-Phosphor-Verhältnis, zu hohe Calciumgehalte sowie ein zu hoher Gehalt an Phosphor kann zum Beispiel die Verwertung wichtiger Spurenelemente wie Zink reduzieren und so Hautprobleme auslösen.

Einen solchen Mangel kannst du an Folgendem erkennen:

  • vermehrte Müdigkeit, Antriebslosigkeit, schlechte Laune
  • struppiges, glanzloses Fell
  • vermehrte Stichelhaarbildung an den Flanken

Ganz grundsätzlich ist es ratsam, ein hochwertiges, auf die Bedürfnisse deines Pferdes abgestimmtes Mineralfutter zuzufüttern und mindestens einmal im Jahr einen umfassenden Check der Blutwerte vornehmen zu lassen. Um den Mineralstoffaushalt und die Spurenelementversorgung genau zu überprüfen, kannst du ein großes Blutbild von deinem Tierarzt erstellen lassen.

Tipp: Um dein Pferd im Fellwechsel sinnvoll zu unterstützen und einen Mangel an Omega-3-Fettsäuren auszugleichen, kannst du zum Beispiel verschiedene Öle wie Leinöl oder Hanföl zufüttern.

Wie kann ich mein Pferd im Fellwechsel unterstützen?

Um dein Pferd im Fellwechsel effektiv unterstützen zu können, kannst du auch auf spezielle Kräuter zurückgreifen.

Die sechs wichtigsten Kräuter im Fellwechsel:

Tipp: Oft ist es empfehlenswert, auf spezielle Kräutermischungen wie die Winterzeit-Kräuter von EPONA zurückzugreifen. Denn hier stimmt bereits das ausgewogene Verhältnis von beispielsweise Bockshornkleesamen, Brennnessel und Löwenzahn.

Viele Pferdehalter haben übrigens vor allem im Fellwechsel regelmäßig Probleme mit aufflammender Mauke. In unserem Magazinbeitrag „Mauke beim Pferd: 5 Tipps zum Behandeln & Vorbeugen“ erfährst du alles Wissenswerte zu diesem Thema.

Bilder: Titelbild: bbrymer / iStock / Getty Images Plus / © istock.com; Bild 2: wwing / iStock / Getty Images Plus / © istock.com; Bild 3: r_simmer / iStock / Getty Images Plus / © istock.com; Bild 4: alisbalb / iStock / Getty Images Plus / © istock.com




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