Sattelgurte


Sattelgurte ermöglichen einen sicheren Halt des Sattels auf dem Pferderücken und verhindern somit ein Verrutschen. Bei der Auswahl eines Sattelgurtes müssen verschiedene Aspekte berücksichtigt werden, um den idealen Sattelgurt für den jeweiligen Sattel und die Anatomie des Pferdes zu finden. Besonders wichtig ist, dass die Ellbogenfreiheit des Pferdes nicht eingeschränkt wird, damit es nicht zu unangenehmen Druckstellen führt und das Pferd sich auch frei bewegen kann. Dies kann man auch gut daran überprüfen, ob zwischen dem Ellenbogenhöcker und dem Sattelgurt eine Handbreit Platz ist. Die richtige Länge vom Sattelgurt ist hier auch sehr wichtig damit die Sattelgurtschnallen nicht scheuern können.

Welcher Sattelgurt ist nun der richtige...

Ein wichtiger Punkt vorab ist die Länge eines Sattelgurtes. Die Schnallen sollten bei dem Pferd im fertig gegurteten Zustand auf beiden Seiten in gleicher Höhe liegen. Zu kurz ist der Sattelgurt, wenn die Schnallen in der Nähe des Ellbogenbereichs sitzen.

Für einen Dressursattel mit langen Sattelgurtstrupfen eignet sich für eine optimale Passform am besten ein Sattel Kurzgurt.  Der Sattelkurzgurt bietet zusätzlich dem Dressurreiter die Möglichkeit gut mit den Beinen am Pferdekörper anzuliegen um die bestmögliche Hilfengebung zu erreichen. Hier ist jedoch darauf zu achten, dass die Schnallen des Sattelgkurzgurtes nicht zu tief liegen, da sich sonst schmerzhafte Druckstellen ergeben können.

Ein Sattellanggurt ist beim Springsattel oder Vielseitigkeitssattel notwendig, da hier die Sattelgurtstrippen kürzer sind und somit der Sattelgurt einen größen Umfang benötigt. Bei einem Langgurt muss unbedingt auf die korrekte Länge des Sattelgurtes geachtet werden. Wichtig ist, dass der Sattelgurt nicht zu lang ist, da die Schnallen sonst unter dem Sattelblatt liegen und somit auf die weiter oben liegende Rückenmuskulatur drücken kann.

Sattel Spezialgurte sind sehr individuell. Gerade aber beim Springen wird ein zusätzlicher Schutz des empfindlichen Pferdebauches benötigt, um hier eine Verletzung durch Stollen am Hufeisen auszuschließen.

Um zusätzlich Scheuer- und Druckstellen vorzubeugen ist es wichtig, dass der Sattelgurt regelmäßig von Haaren, Dreck und Schweiß gesäubert wird. Die meisten Sattelgurte kann man auch in der Waschmaschine waschen, allerdings sollte man den Sattelgut vorher in einen Textil-Waschbeutel legen damit die Schnallen des Sattelgurtes keinen Schaden anrichten.

Sattelgurte gibt es in unterschiedlichen Materialien - aus weichem Kunstleder, Neopren, Leder, Baumwolle, Polyster oder PVC. Hier kann man auch gut auf die spezielle Empfindlichkeit des Pferdes eingegen. Besonders weiche Sattelgurte sind mit Gel gepolstert oder mit Lammfell oder Kunstfell weich unterlegt. Zusätzlichen individuellen Schutz bietet ein Sattelgurt mit anatomischer oder vorgeformter Passform um hier im Ellenbogenhöckerbereich noch mehr Freiraum zu geben.

Bei Sattelgurten aus Kunststoff ist auf die Empfindlichkeit des Pferdes zu achten. Diese Sattelgurte sind zwar robust, langlebig und pflegeleicht - aber nicht atmungsaktiv. Schwitzende Pferde können sich darunter leicht wundscheuern.

Auch ist die Handhabung unterschiedlich - Sattelgurte mit elastischen Enden erleichtern das anziehen des Sattelgurtes für einen festen Sitz. Rollschnallen erleichtern zusätzlich das Verschließen des Sattelgurtes.

Ein gut sitzender Sattelgurt ist sehr wichtig, damit das Pferd entspannt und locker läuft. Ein Sattelgurt rutscht immer an die schmalste Stelle des Pferdebauchs ? je nach Wölbung des Rippenbogens also in Richtung der Vorderbeine. Schmerzhafte wunde Scheuerstellen und Bewegungseinschränkungen im Ellbogenbereich können die Folge sein. Zugleich übt ein stramm gezogene Sattelgurt einen starken Druck auf das Brustbein aus. Vor allem schmale und nicht gepolsterte Gurte führen zu punktuellen Druckstellen, behindern den tiefen Brustmuskel in der Kontraktion sowie in der Dehnung. Die Folge ist:
Das Pferd läuft verspannt, der Rücken wird fest.

Wie wird ein Sattelgurt richtig ausgemessen:

Grundsätzlich gilt, die Sattelgurtlänge sollte immer an einem fertig gegurteten Pferde vermessen werden. Dabei ist darauf zu achten, dass beide Seiten gleichmässig gegurtet sind, also die Schnallen ungefähr auf gleicher Höhe sind. Gemessen wird von Gurt-Ring Unterkante zu Gurt-Ring Unterkante. Von diesem Maß sollten ca. 30 cm abgezogen werden - von diesem Maß ausgehend ist die richtige Sattelgurtlänge das nächst aufgerundete Maß.

Beispiel:
die gemessene Sattelgurtlänge: 96 cm
davon 30 cm abziehen:                66 cm
der Sattelgurt sollte somit eine Länge von 70 cm haben.